Warum ist EL REFUGIO nötig?
Die riesige Armut in Honduras ist der gemeinsame Nenner der sozialen Probleme. Laut Regierungsangaben aus dem Jahr 2000 leben 66 Prozent der 6,8 Millionen Honduraner unter der Armutsgrenze. 1999 betrug das Bruttoinlandprodukt knapp 2900 Dollars pro Person. Damit ist Honduras nach Haiti das zweitärmste Land der westlichen Hemisphäre.
Doch was bedeuten diese Zahlen konkret? Sie bedeuten,| - |
dass über fünf Millionen Menschen in Honduras täglich ums Überleben kämpfen müssen. |
| - | dass 1,8 Millionen Menschen Hunger leiden. |
| - | dass über 1'000'000 Kinder mangel- resp. unterernährt sind. |
In diesem kritischen sozialen Umfeld ergeben sich eine Reihe von Risiken, welchen Hunderttausende Mädchen und Buben ausgesetzt sind. Viele Eltern können ihren Kindern kein menschenwürdiges Aufwachsen ermöglichen. So flüchten Tausende Kinder aus der Armut oder der Gewalt im Elternhaus und gelangen auf die Strasse, wo manche mit Drogen in Kontakt kommen, betteln und sogar kriminell werden. Andere verrichten gefährliche und anstrengende Tätigkeiten, um ein wenig Geld zu verdienen.
Wieder andere Kinder werden von ihren Müttern oder Vätern einfach verlassen und wachsen bei fremden Leuten auf.
Besonders ausgeprägt ist die extreme Armut auf dem Land, wo über 300'000 Campesino-Familien, die kein eigenes Land besitzen, auf verschiedenen Grossbesitzen arbeiten. Diese Familien mit oft bis zu acht Kindern leben in prekären Verhältnissen; die meisten ohne Strom und fliessendes Wasser und ohne Zugang zu Spitälern oder Schulen. Für viele Familien sind Kinder immer noch eine Altersvorsorge.
Kein Wunder also, dass die Menschen ihr Glück in den grossen Städten suchen. Als wirtschaftliches Zentrum von Honduras wirkt San Pedro Sula wie ein Magnet auf die ärmsten Bevölkerungsschichten im Norden und Westen des Landes. Aber nur wenige der Landflüchtlinge erreichen in der Stadt einen höheren Lebensstandard, denn als ungelernte Arbeitskräfte finden sie nur im informellen Sektor Arbeit: als Hausangestellte, Wächter, Träger auf dem Markt oder als fliegende Verkäufer. Auch ihre Kinder müssen von klein auf mithelfen, Geld zu verdienen.
Blick in ein "Haus"