Honduras
Honduras liegt auf der mittelamerikanischen Landbrücke und ist mit 112'482 Quadratkilometern Fläche rund 2,5 mal grösser als die Schweiz. Unter den fünf zentralamerikanischen Ländern ist Honduras mit 6,8 Millionen Einwohnern nach Nicaragua das am wenigsten bevölkerte Land.
Die Hauptstadt Tegucigalpa, im Zentrum des Landes gelegen, ist mit rund 800'000 Einwohnern die grösste Stadt, gefolgt von San Pedro Sula im Nordwesten mit über 500'000 Einwohnern.
Der Nordosten von Honduras ist flach, das Zentrum und der Westen gebirgig. Das Klima ist tropisch feuchtwarm.
Die Bevölkerung von Honduras besteht hauptsächlich aus Mestizen; es gibt aber auch Indios, Schwarze, Mulatten sowie Weisse. Das Bevölkerungs-wachstum beträgt 2,5 Prozent pro Jahr und die durchschnittliche Lebenserwartung 69 Jahre. Ueber die Hälfte aller Honduraner sind unter 18 Jahre alt.
Honduras ist ein Agrarstaat, dessen Hauptexportgüter Bananen, Kaffee, Tabak und Crevetten sind. Die Mehrzahl der Bevölkerung lebt auf dem Land als Kleinbauern, Plantagenarbeiter oder Taglöhner. San Pedro Sula ist das wirtschaftliche Zentrum von Honduras. Hier befindet sich die Textilindustrie sowie viele Handels- und Dienstleistungsbetriebe.
Wie die anderen vier zentralmerikanischen Länder erlangte Honduras 1821 nach über drei Jahrhunderten Fremdherrschaft die Unabhängigkeit von Spanien. Ab 1900 wuchs der Einfluss der USA, besonders durch die grossen Bananenplantagen. Bis zur Rückkehr zum demokratischen System 1982 wurde das Land hauptsächlich von Militärs regiert. In den 80er Jahren tobten in drei von fünf zentralmerikanischen Staaten Bürgerkriege.
Der Hurrikan Mitch, der 1998 über Honduras hinwegfegte und 10 000 Menschenleben forderte, hat die Probleme des Landes noch verschlimmert: Arbeitslosigkeit, Mangel an Behausungen, unzureichendes Gesundheits- und Bildungswesen sowie eine grosse soziale Ungerechtigkeit.
Honduras ist eine präsidiale Republik; in der 128 Abgeordnete die Legislative bilden.
Der Name Honduras stammt aus einem Ausspruch von Christoph Kolumbus, der 1502 auf der Insel Guanaja anlegte: "Gracias a Dios que ya salimos de estas honduras" ("Gott sei Dank sind wir diesen Untiefen entronnen.")